Solidaritätsbekundung im Kölner Stadtanzeiger

Weil eine Kommunalpolitikerin im Oberbergischen Kreis am 12. März 2020 einen Drohbrief an ihre Privatadresse erhalten hatte, haben sich fast 80 Unterzeichner in einer Zeitungsanzeige mit der Politikerin der Partei Die LINKE solidarisch gezeigt. Organisiert wurde die Solidaritätsbekundung vom Netzwerk gegen Rechts im Oberbergischen Kreis. Erschienen ist sie am 28. März 2020 im Kölner Stadtanzeiger im Lokalteil Oberberg.

Wir sind mehr im Bergischen hat sich an dieser Aktion beteiligt und verurteilt das Drohschreiben, das mit „18 Panther Paul 18“ unterzeichnet wurde, was einen deutlichen Bezug zu den Morden des NSU hergestellt hat, aufs Schärfste. So heißt es im Text der Anzeige: „Wir, die Unterzeichnenden, sind entsetzt darüber, dass solche Morddrohungen im Oberbergischen an Kommunalpolitiker und Menschen, die sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren, gerichtet werden.“ Weiter wird dort auf den Artikel 1 des Deutschen Grundgesetzes verwiesen.

Zeitungsanzeige im Kölner Stadtanzeiger vom 28. März 2020. (Foto: privat)

Teilnahme am Protest gegen AfD in Overath

Eine kleine Abordnung von Wir sind mehr im Bergischen hat am Freitag, 28. Februar an einer Protestkundgebung gegen den sogenannten Ascherfreitag der AfD in Overath teilgenommen. Unter dem Motto „Nicht in unserem Overath“ protestierten rund 1000 Bürger aus allen Gesellschaftsschichten gegen eine Veranstaltung der Rechtspopulisten mit dem Bundestagsabgeordneten und Vertrauten von Rechtsaußen Björn Höcke, Stephan Brandner, im städtischen Kulturbahnhof. Overath Bürgermeister Jörg Weigt von der SPD lobte sein „buntes, tolerantes und demokratisches Overath“.

Teilnahme an Protestkundgebung in Overath (Foto: privat).

Hier geht es zu einem Beitrag der Bergischen Landeszeitung (Bezahlschranke).

15. November 2019: Teilnahme an Protestkundgebung gegen „AfD-Bürgerdialog“ in Radevormwald

Am Freitag, 15. November, hatte der AfD-Kreisverband Oberberg zu einem sogenannten Bürgerdialog ins Bürgerhaus in Radevormwald eingeladen. Ein breites Bündnis aus Parteien, Kirchen, Gruppierungen und Privatpersonen angeführt vom Verein „Runder Tisch gegen Rechts“ aus Radevormwald hatte zu einer Gegenkundgebung mit Protestmarsch und Kundgebung aufgerufen. „Wir müssen aufstehen und Flagge zeigen“, sagte Frank Marx, Vorsitzender des Runden Tisches gegen Rechts. Auch Mitglieder von „Wir sind mehr im Bergischen“ waren mit Plakaten und Schildern in der Radevormwalder Innenstadt vertreten.

Bunter, lauter und friedlicher Protest gegen den „Bürgerdialog“ der AfD in Radevormwald. Foto: privat

Die Zahl der Gegendemonstranten überwog die der AfD-Sympathisanten bei weitem. Laut Polizei waren etwa 130 Demokratiefreunde gekommen, der Veranstalter sprach von 280, die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen. „Wir haben rund 200 Gegendemonstranten geschätzt“, sagte Joachim Kutzner. Im Bürgerhaus waren etwa 55 Menschen, von denen etwa 30 AfD-Mitglieder und -Begleiter waren, die unter anderem aus der Wermelskirchener Ortsgruppe kamen. Somit waren höchsten 20 bis 25 Interessierte zum „Bürgerdialog“ gekommen.

Der Protest war laut, bunt und friedlich, wie auch die Polizei auf Nachfrage der örtlichen Presse mitteilte.

Hier geht es zum Zeitungsbericht in der Bergischen Morgenpost vom 16. November.

23. September 2019: Veranstaltung „Kulinarische Vielfalt in Hückeswagen“ im Rahmen der Interkulturellen Woche 2019

Die Interkulturelle Woche gibt es seit 1975. Die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland und die Griechisch-Orthodoxe Metropolie laden seitdem einmal im Jahr zu einer Woche der Begegnung ein. In dieser Woche finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt.

„Wir sind mehr im Bergischen“ hat sich entschlossen, ebenfalls ein Teil der Interkulturellen Woche zu sein. In Hückeswagen war die „Kulinarische Vielfalt“ die einzige Veranstaltung in diesem Rahmen. Am Sonntag, 23. September, haben wir ins Evangelische Gemeindezentrum am Lindenberg eingeladen, rund 60 Gäste, darunter viele Kinder, aus vielen verschiedenen Ländern waren gekommen und hatten zudem jeweils ein Gericht aus ihrer Heimat mitgebracht.

Gemütliches Zusammensein mit Essen aus aller Herren Länder, dazu Gespräche, Austausch und ein gegenseitiges Kennenlernen von Menschen aus verschiedenen Kulturen. (Foto: privat)

Das Büffet war sehr üppig, was auch das Ziel des Nachmittags war. „Wir wollen als Gruppierung einen Gegenpart zu Hetze, Intoleranz und Ausgrenzung setzen. Und wir wollen heute zeigen, wie viele verschiedene Kulturen es in unserer Stadt gibt“, sagte Gruppensprecherin Shirley Finster.

Speisen aus verschiedenen Ländern gab es auf dem üppigen Büfett. (Foto: privat)

Neben dem Essen – die Vielfalt der Gerichte war eindrucksvoll: Es gab unter anderem Apfelpfannkuchen, Kürbissuppe und Zwiebelkuchen aus Deutschland, Tschebureki (Rindfleisch-Teigtaschen aus Russland), Jaternice (Gebratene Leberwurst mit Kartoffeln aus der Slowakei) oder ein afghanisches Hähnchengericht mit Namen Zereshk Polo – standen Gespräche und gemeinsames Kennenlernen im Mittelpunkt. Dabei half auch eine Aktion, die Joachim Kutzner und Shirley Finster gemeinsam mit den Anwesenden durchführten.

Joachim Kutzner verbindet die Heimatländer der Gäste bei „Kulturelle Vielfalt in Hückeswagen“ und Hückeswagen mit einem Bindfaden. (Foto: privat)

Mit einer großen Weltkarte gingen die beiden zu den Gästen und erfragten die jeweiligen Heimatländer. Diese wurden dann mit Fähnchen markiert, die dann am Ende mit einem Faden verbunden wurden. „Die Idee ist, dass wir so sehen können, wie vielfältig unsere Stadt ist“, sagte Kutzner.

Es war viel Arbeit, aber es hat noch mehr Spaß und Freude gemacht. „Wir sind mehr im Bergischen“ bedankt sich bei allen Gästen, die zu einem gelungenen Abend beigetragen haben!

Viel Arbeit, aber auch viel Vergnügen bei der „Kulinarischen Vielfalt in Hückeswagen“. (Foto: privat)

Hier geht es zum Bericht in der Bergischen Morgenpost vom 24. September 2019.

Tagesseminar zum Umgang mit Stammtischparolen

Im Rahmen eines Tagesseminars konnten sich die Teilnehmer mit einem Argumentationstraining für die Begegnung mit Parolen und Sprüchen wappnen.

Diese Fragen wurden im Seminar gestellt:

  • Was kennzeichnet eigentlich Stammtischparolen?
  • Warum haben viele dieser Sprüche nichts mit Meinungsfreiheit zu tun? 
  • Wie funktioniert rechtspopulistische Argumentation?
  • Und warum ist es so schwierig, dagegen zu argumentieren? Insbesondere, wenn sie im Familien-/Freundes-/Bekanntenkreis oder auf der Arbeit geäußert werden.
Zehn Teilnehmer, darunter acht der Bürgergruppe „Wir sind mehr im Bergischen“, nahmen am Tagesseminar zum Umgang mit Stammtischparolen teil. (Foto: privat)

Die Bürgergruppe hatte am Samstag, 16. November, eine freie Mitarbeiterin der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Regierungsbezirk Köln“ eingeladen. Sechs Frauen und zwei Männer der Bürgergruppe sowie ein Paar, das im Flüchtlingsnetzwerk Hückeswagen aktiv ist, nahmen teil.

Nach einer einleitenden Betrachtung durch die Trainerin konnten persönliche Erfahrungen aus Situationen, in der eine Intervention notwendig war bzw. hätte nötig sein müssen, geschildert werden. Anhand von Fotos, aufgenommen bei rechtsextremen Demonstrationen, wurden verschlüsselte Botschaften in Bannern und Flaggen deutlich gemacht. In spielerischen Situationen konnten sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer in der provozierenden, beobachtenden oder gegenargumentierenden Rolle erfahren.

Wie funktionieren Parolen? Und wie kann man ihnen effektiv begegnen? Ziel des Tagesseminars war es, im Alltag ermutigt und motiviert einschreiten zu können. (Foto: privat)

Im Verlauf des Trainings wurden gemeinsam Handlungsstrategien für die Zukunft erarbeitet. Das Ziel wurde so benannt: Ermutigt und motiviert einschreiten, wenn Begegnungen mit diskriminierenden, rechtspopulistischen Äußerungen im Alltag stattfinden.